Unwissen oder Ignoranz von Passanten?

11 Dinge, die Sie unbedingt wissen sollten, wenn Sie einem Blindenführhund begegnen

1. Nicht ablenken

Behindern Sie den Führhund nicht bei seiner konzentrierten Arbeit durch Anstarren, Ansprechen, Streicheln oder Füttern. Locken Sie ihn nicht an, denn er muss unbedingt bei seinem Halter oder seiner Halterin bleiben. Vermeiden Sie, dass andere Hunde dem Führgespann – Mensch und Tier – zu nahe kommen, da sie ebenfalls die anstrengende Assistenz stören und dem Führhund während seines Dienstes keine Sozialkontakte erlaubt sind.

Führen Sie deshalb Ihren eigenen Hund an der Leine und umgehen Sie zügig und mit ausreichendem Abstand das Führgespann.

2. Nicht anfassen

Sprechen Sie den Halter an, wenn Sie Hilfe anbieten wollen. Unvermitteltes Berühren oder Greifen nach Führbügel oder Halsband wirken verunsichernd.

3. Auf die Ampelstellung hinweisen

Sagen Sie dem blinden oder sehbehinderten Fußgänger, wenn es an der Verkehrsampel grün wird. Der Führhund kann sie nicht deuten.

4. Rolltreppen meiden

Weisen Sie dem Halter eines Blindenführhundes den Weg zu einer normalen Treppe, wenn er danach fragt. Führhunde dürfen keine Rolltreppen anlaufen, da sie sich dort die Pfoten verletzen könnten.

5. In Verkehrsmitteln Platz lassen

Gewähren Sie dem Blindenführhund in Bus und Bahn etwas Freiraum. Bedrängte Hunde verlieren ihre Sicherheit und ihre Konzentration.

6. Den Weg freigeben

Erleichtern Sie Führhunden das Führen, indem Sie ausweichen.

7. Umsichtig parken

Parken Sie so, dass das Führgespann auf dem Gehweg noch vorankommt und nicht an Straßenübergängen oder im Einmündungsbereich von Straßen. Das erleichtert blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung und macht die Straßenüberquerung sicherer.

8. Hindernisse vermeiden

Sorgen Sie dafür, dass Barrieren wie überhängende Zweige oder Mülltonnen den Gehweg nicht versperren und ein ausreichend breiter und hoher Durchgang bleibt. Sonst muss der Führhund auf die Fahrbahn ausweichen, was die Halterin bzw. den Halter und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

9. Verletzungen ausschließen

Werfen Sie nichts auf den Gehweg oder die Fahrbahn, das die Hundpfoten verletzen könnte, und entfernen Sie gegebenenfalls derartige Dinge rasch und vollständig.

10. Nicht erschrecken

Ängstigen Sie den Führhund nicht durch laute Geräusche von Feuerwerkskörpern, Spielzeugpistolen oder ähnlichem. Dies könnte seine Diensttauglichkeit gefährden.

11. Zutritt gewähren

Blinde oder sehbehinderte Menschen sind auf ihre Führhunde angewiesen. Ermöglichen Sie ihnen mit ihren Führhunden den Zutritt auch dort, wo Hunde sonst nicht zugelassen sind. Beziehungsweise zeigen Sie Verständnis, dass Sie an solchen Orten gelegentlich Blindenführhunde antreffen. Wie ROLLINGPLANET dokumentierte, gibt es immer noch Supermärkte, die blinde Menschen mit ihren Führhunden rausschmeißen wie beispielsweise Netto oder Penny – oftmals ermöglicht durch Mitbürger/innen, die unbeteiligt wegschauen. Wird einem Halter oder einer Halterin eines Assistenzhundes der Zutritt verweigert, setzen Sie sich ein und mischen Sie sich ein: Machen Sie alle Beteiligten darauf aufmerksam, dass blinden und sehbehinderten Menschen mit Führhund ein barrierefreier Zutritt zusteht.

 

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